Az.: 4 B 236/16 – Kommentar OVG Sachsen

OVG Sachsen, Beschluss vom 27. Februar 2017 – Az.: 4 B 236/16.

Die Übernahme der Kosten für die Beschulung eines seelisch wesentlich behinderten Kindes (§ 35a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VIII) in der Web-Individualschule stellt die einzig geeignete Maßnahme der Eingliederungshilfe dar, wenn es sich hier um keinen Ersatz für die allgemeine Schulbildung des Antragstellers handelt, sondern diesen jungen Menschen in die Lage versetzt, in absehbarer zeit wieder schulpflichtig und an einer Regelschule unterrichtet zu werden, so dass seine Schulpflicht behinderungsbedingt nicht weiter ruhen muss.

Bei einem Unterlassen einer solchen Maßnahme besteht die Gefahr, dass dieser Antragsteller über eine längere Zeit gar nicht unterrichtet würde, und er bei seiner Rückkehr an eine Regelschule aufgrund seiner Wissensdefizite einer nicht seinem Alter entsprechenden Klasse zugewiesen werden müsst, was für seine Eingliederung noch weitere Schwierigkeiten aufwirft.

Quelle: Kommentar Dr. Manfred Hammel

6. Oktober 2017

1 Kommentar

  1. Willi Freundlich (Pseudonym)

    6. Oktober 2017 um 22:19

    Niemand fragt indes nach den langen Jahren fehlender adäquater Schulbildung des behinderten Kindes, bis dass sich endlich ein OLG (!) zu diesem Beschluss hat durchringen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2017 Sozialticker

Nach oben↑ ↑

Google+ Twitter