Aufschwung - live erlebt, oder - Autos kaufen keine Autos
In Deutschland werden in den nächsten zehn Jahren gut 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie verloren gehen.
Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center of Automotive Research, bei n-tv zur Konjunkturschwäche des weltweiten Automarktes und den momentanen Umstrukturierungen:
“Auf den westlichen Automobilmärkte werden die großen Marktgebiete, Nordamerika, Westeuropa und Japan, in diesem und nächsten Jahr deutlich verlieren. Dort wird ein Markt von der Größe Englands verschwunden sein, durch den Niedergang in der Konjunktur in diesen Automobilmärkten. Es kann ein Stück aufgehalten werden durch die Konjunktur in China, durch den Automobilmarkt in Russland und Brasilien. Allerdings wird das Weltautogeschäft sehr stark geschwächt […] und die Situation wird im nächsten Jahr noch schwieriger, als sie 2008 schon ist.”
Speziell zu Westeuropa:
“Das Automobilgeschäft in Westeuropa wird neu sortiert. Westeuropa wird in der zweiten Hälfte des Jahres schwächer werden und wird langfristig auch schwächer im Markt agieren. Der neue Markt ist Russland, dort muss heute jeder hin. Dort werden Kapazitäten aufgebaut. Bereits heute verkauft Russland mehr Fahrzeuge als Deutschland. Das Wachstumstempo liegt bei 30 % pro Jahr, das heißt dort werden um das Jahr 2012, 2013 Kapazitäten stehen, die die heutigen Exporte aus Westeuropa fast überflüssig machen werden. Von daher müssen wir uns darauf einstellen, dass in Westeuropa Arbeitsplätze verloren gehen.”
Zum deutschen Markt:
“Die deutschen Automobilhersteller agieren gut in dieser Situation. […] Aber allein in Deutschland werden in den nächsten zehn Jahren gut 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie verloren gehen. Die Arbeitsplätze wandern nach Osteuropa, nach Russland, dort wird das neue El Dorado der Automobilindustrie sein.”
Kontext:
Der weltweite Automobilmarkt gerät unter anderem durch die steigenden Rohstoffpreise, Veränderungen in der Kundennachfrage und neue Konkurrenten unter Druck. Zwar ist der europäische Automobilmarkt stabiler positioniert, als beispielsweise der nordamerikanische Markt, aber auch hier werden massive Arbeitsplatzverluste befürchtet.
Quelle: N-TV
Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock am: 6. August 2008 um 11:40 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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