Jahr für Jahr steigt nicht nur im gesamten Bundesgebiet, sondern auch in Schleswig-Holstein die Anzahl der Menschen, die von Sozialleistungen des Staates abhängig sind. Laut heute veröffentlichter Zahlen des Statistikamts Nord waren Ende 2015 – 307.000 Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner zumindest teilweise von SGB II-Leistungen („Hartz IV“), Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung,laufender Sozialhilfe außerhalb von Einrichtungen oder Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das sind neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Obwohl der überwiegende Teil der 25.400 neu hinzugekommen Empfänger staatlicher Leistungen Asylbewerber sind, warnt Wolfgang Schneider, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein des Sozialverband Deutschland (SoVD), vor den Folgen der Gesamtentwicklung: „Die stetig wachsende Armut gefährdet den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Wenn nicht endlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut eingeleitet werden, öffnen wir Populisten jeglicher Art Tür und Tor und erweisen damit unserer Demokratie einen Bärendienst.“

„Armutsfeste Löhne und Renten sind die wichtigsten Mosaiksteine zur Bekämpfung von Armut“, so Schneider weiter. Darüber hinaus sei es erforderlich, durch eine qualitativ hochwertige und für die Betroffenen kostenlose Kinderbetreuung gerade die großen Gruppen der Geringverdiener sowie der alleinerziehenden Frauen zu entlasten: „Wir wissen, dass Armut in unserer Gesellschaft in erster Linie weiblich ist. Hier müssen wir dringend Abhilfe schaffen“, sagt der SoVD-Landesvorsitzende.

Quelle: Presse Sozialverband Deutschland Landesverband Schleswig-Holstein e. V.

15. Februar 2017