ARGE Chemnitz - Alltag im Hartz IV Leben
Pünktlich um 08:00 öffnet die ARGE Chemnitz. Kunden stürmen zum Ticketautomat, im Erdgeschoss, um Nummer zu ziehen.
Um 08:15 wird der Erste aufgerufen.
Endlich um 08:20 bin ich an der Reihe. Ich betrat das Zimmer der Mitarbeiterin der ARGE Chemnitz. Mit einem “guten Morgen” begrüßte ich die Dame. Ich erklärte ihr, dass ich umziehen will und eine Lebensgemeinschaft mit einer Mutter mit Kind gründen will. Lege der Dame einen Mietvertrag vor. Sie erklärt mir, dass diesem Umzug und Mietvertrag erst die “Integration” und “Leistung” zustimmen muss, sie also den Mietvertrag an die zuständigen Sachbearbeiter weiterleiten würde. Ich erklärte der Dame, dass wir den Mietvertrag zum 01.05. 2008 abschließen möchten und wir noch zwei Wohnungen kündigen müssten. Da heute der 28.01.2008 ist, drängt also die Zeit. Die Dame leitet mich daraufhin an die “Integration” im 5ten Stock weiter. Ich begebe mich per Aufzug in das 5te Stockwerk. Dort warte ich geduldig bis nach einer weiteren 1/4 Stunde endlich eine Dame erscheint und bittet mich zu sich. Ich trage der Dame mein Anliegen erneut vor und bitte um die Zustimmung zum Umzug und Mietvertrag. Die Dame erklärt mir höflich aber bestimmt, dass Sie mir diese Zustimmung nicht geben kann, das Sie nur der Notdienst der “Integration” sei und Sie keine Genehmigungen oder Ablehnungen erteilen könne. Sie leite den Mietvertrag unverzüglich an die “Integration” und dann an die “Leistung” weiter. Diese würden ihres Wissens innerhalb von 14 Tagen darüber entscheiden. Mein Verweis auf die Dringlichkeit verhallt, unverstanden?, im Nirwana. Ich denke mir, zum Teufel, warum schickt mich von da unten hier hoch, wenn ich den Mietvertrag auch unten hätte abgeben können?! Nennt sich das vielleicht “Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für überforderte Mitarbeiter der ARGE Chemnitz”? (Muss eine lange Bezeichnung sein, denn sonst hört es sich zu einfach an und keiner versteht es).
Frustriert verlasse ich die ARGE Chemnitz und überlege mir, was diese Zermürbungstaktik soll. Ach so, ich habe es vergessen,
“Ich bin ja nur ein Mensch der 3ten Kategorie. Nur eine Spezies steht wohl noch unter mir, die unter der Brücke!“(Quelle: Mailzuschrift Sozialticker)
So ergeht es tagtäglich hunderttausende Menschen im Hartz IV Dschungel - gepaart mit der zunehmenden Unfähigkeit von Mitarbeitern innerhalb eines Hauses der Hartz IV Verwaltung. Vom Bürokratieabbau sind diese “Machenschaften” noch sehr weit entfernt und werden sich in Zukunft auch nicht verbessern lassen. Schließlich scheint es die Aufgabe zu sein, durch “Knüppel im Weg” dem Bedürftigen ein Gang zum Amt schon im Alptraum keimend zu ersticken. Es geht ja schließlich nur um das liebe Geld und nicht um die Nummern der “Kunden” - zu welchen diese geworden sind … nur eine Nummer im Datenwahn, welche ungeordnet schnell aus dem System verschwinden kann.
Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock am: Dienstag, 29. Januar 2008 - Haftungsausschluss ![]() |
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