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Arbeitsmarkt: Statistische Tricks und Jubel-Championat helfen nicht gegen Fachkräftemangel

Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die GrünenZu den Arbeitsmarktzahlen für den Monat Oktober erklärt Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik:

Der Trend auf dem Arbeitsmarkt ist positiv, aber trotzdem sind die Zahlen geschönt. Fakt ist: Die Unterschreitung der Schallmauer funktioniert nur, weil über eine Viertel Million Arbeitslose in der Statistik nicht auftauchen. Betroffen sind fast 86.000 Ältere, denen ein Jahr lang kein Beschäftigungsangebot gemacht werden konnte sowie mehr als 185.000 Menschen, die zurzeit nicht von der Bundesagentur betreut werden. Nur weil Arbeitsministerin von der Leyen mit der Statistik schummelt, kann sie ihre Jubelmeldung überhaupt absetzen.

Sorgen bereitet aber vor allem die Untätigkeit der Bundesregierung in Sachen Langzeitarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel. In Schauerfensterreden verspricht von der Leyen Qualifizierung für Zukunftsberufe. In Wirklichkeit streicht sie allein 2011 bei die Förderung für Arbeitslosengeld-II-Bezieher 1,3 Milliarden Euro. Bis 2014 will sie insgesamt 16 Milliarden Euro wegkürzen.

Damit verbaut sie denjenigen die Chance auf einen Job, die die Hilfe am nötigsten haben. Zwei von fünf Arbeitslosen haben keinen Berufsabschluss, jeder sechste Arbeitslose hat keinen Schulabschluss. Solche Probleme lösen sich nicht von selbst, sondern nur mit Qualifizierung. Sonst werden hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel über kurz oder lang Realität werden.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Startseite - Veröffentlicht am: 30. Oktober 2010 um 12:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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6 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Braunes Hartz am Samstag, 30.10.2010.

Ich muß gestehen, Frau Pothmer ist eine der Politikerinnen, die mich regelmäßig zur Weißglut bringen.
Es ist zwar richtig, daß die Arbeitslosigkeitstatistik seit Jahren so manipuliert ist, daß sie eine völlige Beliebigkeit aufweist. Hier aber betreibt Frau Pothmer wieder einmal den Generationenkrieg und das Ausspielen Ihrer Haupt-Wählerklientel, nämlich der Jüngeren, gegen Ältere.
Wenn Ältere über 58, denen mindestens 1 Jahr kein realistisches (also keine der nur Alibi-Funktion besitzenden Beschäftigungsterapien) Stellenangebot gemacht werden kann, so entspricht das durchaus der Realität im Sinne einer wirklichkeitsgerechten Statistik, denn diese Statistik ist nicht dazu da, einen bloßen Formalismus der Zählung Arbeitssuchender aufrechtzuerhalten, bei denen mehr als unwahrsacheinlich ist, daß sie überhaupt noch als reale Arbeitnehmer auftreten werden. Es ist eher eine Absurdität, daß man ihnen seit 2008 die 58-er Regelung verweigert und seitdem eine - verfassungswidrige - Arbeitspflicht bis an die Grabeskante auferlegt. Das Herausnehmen aus der AL-Statistik nimmt wenigstens einen kleinen Teil dieses abscheulichen Drucks, dieser Altersdiskriminierung als Alterszwangsarbeit von Ihnen, indem sie den Druck auf die Bearbeiter der Arbeitsverwaltung - ein ganz klein wenig wenigstens - lindert. Deshalb ist das Herausnehmen der über-50-jährigen gut und richtig und muß bleiben.
Mit den anderen Gruppen sieht das ganz anders aus. Kurzfristig Erkrankte und solche unter privatvermittlerischer Jurisdiktion gehören natürlich in die Statistik hinein. Es macht sich aber offenbar unter der grünen, vorwiegend jungen Wählerschaft offenbar gut, auf Alte einzuprügeln.


2. ... Kommentar von Braunes Hartz am Samstag, 30.10.2010.

Schreibfehlerkorrektur: gemeint war “über 58-jährigen”


3. ... Kommentar von realist am Samstag, 30.10.2010.

Die Grünen sind noch immer nicht mit Ihrem totalen Versagen in der Schröder-Fischer Phase fertig geworden. Angetreten nach 16 Jahren Opposition und viel Hoffnung auf Änderung und Fortschritt haben die Ober-Opportunisten unterm Strich nichts erreicht von dem was Sie Ihren Wählern jahrelang in Aussicht gestellt haben. Schröder hat getönt der Kohl habe die Statistik verdreht, und was kam dabei raus Hartz4 und ein noch größerer Statistik-betrug. Wie die grüne Jugend da noch immer mitmacht ist mir ein Rätsel. Es gibt nun mal nicht genügend Arbeit, und je länger die Alten arbeiten sollen, und drangsaliert werden desto schlimmer wird es für die Jungen. Wenn in meiner Jugend mir (damals noch hoffnungsvolles Grünen Mitglied) erzählt hätte die Grünen führen mal die Zwangsarbeit ein ich hätte es nicht geglaubt. Ich bin wirklich entsetzt von dieser grenzenlosen Verlogenheit der Ober-Grünen. Mich wundert nur wo die grünen “Fordern und Fördern” hin verschwunden sind.


4. ... Kommentar von alex am Sonntag, 31.10.2010.

“Wenn in meiner Jugend mir (damals noch hoffnungsvolles Grünen Mitglied) erzählt hätte die Grünen führen mal die Zwangsarbeit ein ich hätte es nicht geglaubt.”

Hätten Sie sich mal darüber informiert, wer die Grünen finanziert, wäre es ihnen schon damals klar gewesen, dass man von diesen pseudo “grünen” Gruppierungen nichts halten kann.

Ich empfehle diesen Artikel - gerade den Stuttgart21 Gegnern, die sich vor den Karren der Hedge-Fonds spannen lassen, ohne sich darüber im klaren zu sein, dass sie sich am Ende selbst schaden werden:

http://www.bueso.de/artikel/ge.....eutschland


5. ... Kommentar von Andreas am Sonntag, 31.10.2010.

das schlimme an der ganzen Trickserei ist, das sobald diese Trickserei die Definition der Vollbeschäftigung erreicht:

Auszug Definition aus Wikipedia

Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von zwei Prozent als prinzipiell erreicht. Zwischenzeitlich wurden in den 1990er Jahren mehrheitlich Marken von 4, 5 oder gar 6 % als Maßstab genommen. Im Jahr 2004 meinte der sozialdemokratische Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement, man müsse sich in Deutschland dauerhaft auf eine Arbeitslosenquote zwischen drei und fünf Prozent einstellen, was unter den heutigen Bedingungen praktisch Vollbeschäftigung bedeute.


6. ... Kommentar von Sancho am Montag, 1.11.2010.

Diese Bundesregierung meint für alles Statistiken als Alibi hernehmen zu können. Die meisten sogenannten Statistiken stammen aus dem Hause Statistisches Bundesamt, dass natürlich wer hätte das geglaubt, dieser Klientelregierung verpflichtet ist. Dieses Bundesamt wird ganz einfach für die Falschspielertricks dieser Regierungsparteien missbraucht und zu Stimmungsmache in der Öffentlichkeit herangezogen. Eines ist sicherer als jede Statistik und deshalb gewiss, alles mit und von dieser Merkelregierung ist unglaubwürdig und verlogen.


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