Arbeitslosengeld Q – Quark mit Soße?


Haben Sie die frohe Kunde auch schon vernommen?

Jeder Arbeitslose hat das Recht auf Qualifizierung. Damit verlängert sich die Bezugszeit des Arbeitslosengeldes I auf 48 Monate.

Hartz IV hat seinen Schrecken verloren!

Wenn Sie das so vernommen haben, dann haben Sie nicht auf das Kleingedruckte geachtet.

Vor allem ist Ihnen nicht aufgefallen, dass Wahlkampf ist, und dass niemand erwarten kann, dass Wahlversprechen auch eingelöst werden. Wo kämen wir denn da hin?
Schließlich steht das, was im Wahlkampf versprochen wird, immer unter Finanzierungsvorbehalt (Kauder, 2013).

Martin Schulz hat sich für den Wahlkampf bei Andrea Nahles einen Plan für mehr soziale Gerechtigkeit bestellt – und Nahles hat prompt geliefert. Warum sie mit dieser Idee für mehr soziale Gerechtigkeit erst jetzt herauskommt, wo sie doch schon so lange im Amt ist, könnte daran liegen, dass diese Form sozialer Gerechtigkeit der SPD nicht wichtig genug war, um dafür die Koalition mit der Union zu verweigern und stattdessen mit Grünen und LINKEN jene Koalition zu bilden, die das Ergebnis der Bundestagswahl von 2013 durchaus ermöglicht hätte.

Dass Martin Schulz jetzt so tut, als hätte er bis vor ein paar Wochen gar nicht gewusst, was die SPD so treibt und umtreibt, und sich praktisch als linke Opposition gegen die GroKo in Stellung bringt – und vor allem dass er damit durchkommt! – gehört in jene Abteilung, die bei mir mit: „Nein! Nicht fremdschämen! Dafür nicht!“, überschrieben ist. Denn die Bürger, die sich begeistern lassen, würden sich ja nicht begeistern lassen, wenn Ihnen vorgerechnet würde, was von dem Mehr an sozialer Gerechtigkeit übrig bleibt, wenn die Wahlen gelaufen sind, der Koaltionspartner seine eigenen Vorstellungen an die Tafel malt und der Finanzierungsvorbehalt aus dem Keller geholt wird. Dass das niemand vorrechnet liegt an der frisch entbrannten Liebe der Medienzaren zu Martin Schulz, die ihn geradezu in den Himmel heben.

Aber kommen wir zum jetzt schon berühmt-berüchtigten Plan Q.

– Jeder Arbeitslose (Jeder? Eher nicht. komme ich noch drauf) soll ein Recht auf Qualifizierung erhalten. Immer wenn ich lese: „Ein Recht auf“ – dann fallen mir die KiTa-Plätze ein. Das Recht war da – die Plätze nicht.
– Während der Zeit der Qualifizierungsmaßnahme soll das ALG Q gezahlt werden, das genauso hoch ausfallen soll, wie das ALG I und die Zeiten im ALG-Q-Bezug sollen nicht auf die ALG-I-Bezugszeiten angerechnet werden, so dass am Ende vier Jahre Leistungen in der Höhe des ALG I gezahlt werden.
– Das ganze soll eine Milliarde Euro kosten. (Jährlich, vermute ich. Wird aber nicht dazu gesagt.)

Eine Milliarde Euro, das sind pro Monat 83 Millionen Euro.
Was kann man davon bezahlen?

Antworten und Quelle: Egon W. Kreutzer

Anmerkung Sozialticker – die Einzigen, welche vom „Q“ profitieren und aufrecht erhalten werden, sind die staatlich organisierten Armutsindustriezweige, welche sich im angeblichen Bildungsbereich bereits heute schon mit Milliarden Euros an Steuergeldern illegal bereichern. Und genau nur diese sollen / müssen / werden auch in Zukunft hoch subventioniert, weil damit auch über zwanghafte Praktika die „Massen“ in prekäre Arbeit gepresst werden können und somit über Lügen und Statistikwäschen eine Vollbeschäftigung erreicht wird.

Selbst wenn man es wollte und schaffen würde, aus den 7 Millionen „Sklaven“ ca. 500 Ingenieure / Doktoren / Professoren zu kreieren, wäre für diese Gruppe kein Einsatz vorgesehen oder gar eine Arbeitsstelle vorhanden. Ein „Brandenburger Jobcenter“ schickt z.B. Doktoren über „private Leihbuden / Arbeitsvermittler“ – diese schon heute überflüssigen Fachkräfte als „Gabelstaplerfahrer“ ins bisherig virtuelle Arbeitsleben. Wer da dann noch mit „ALG Q“ kommt, kann nur noch als „Kracherlacher der Woche“ bezeichnet werden, es sei denn, den „Staplerschein“ gibt es auch als Professorenstelle, welche der Sozialticker dann gerne vermitteln würde.

Aber auch promovierte Biologen – sollten schon im Allgäuer Umfeld zu Tätigkeiten herangezogen werden, welche zur Verspottung ihres Berufszweiges nur dienen könnten. Daher ist Arbeitslosengeld Q nicht nur Quark mit Soße, sondern die I+Ü-Punkte vom „geistigen Dünnschiss“ parteipolitischer Wahlverarschung. Falls die Bande aus Nürnberg hier mitlesen sollte, der Sozialticker kann dies alles belegen – oder sie schaut selber nach unter: 10000-1151653818-S … solange sinnieren wir hier weiter über den angeblichen Fachkräftemangel. 🙂

21. März 2017

1 Kommentar

  1. Streetfigther

    12. März 2017 um 10:38

    Der Beitrag schpricht mir aus der Seele.Wahrscheinlich kennen viele der neuen SPD-Wähler Hartz IV nicht,hatten noch nie damit zu tun,oder glauben alles was jemand erzählt!!
    Hartz IV ist nicht zu reparieren,kann nur durch ein gerechtes Sozialsystem ersetzt werden,denn die Schäden die Hartz IV angerichtet hat sind nicht zu reparieren-siehe Rechtsvereinfachungen SGB II !!
    Es geht nicht immer nur um Geld.

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