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Apotheken: Experten sehen Einsparpotential in Milliardenhöhe

SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach: Zusatzbeiträge der Krankenkassen könnten verhindert werden

Mainz. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert die schwarz-gelbe Koalition zu drastischen Einsparmaßnahmen bei den Apotheken auf. Damit könnten Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen verhindert werden. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ sagte er wörtlich:

„Wenn man jetzt konsequent sparen würde bei den Apotheken und würde die überflüssigen Gewinne abziehen, dann ließe sich damit mindestens eine Milliarde Euro sparen. Damit wären die Zusatzbeiträge, die jetzt von vielen Kassen erhoben worden sind, für zehn Millionen Versicherte, die wären damit abwendbar, und das ist natürlich von schwarz-gelb zu verlangen.“

Gesundheitsexperten sehen ein ähnlich hohes Einsparpotential. Für jedes verschreibungs-pflichtige Medikament, das sie herausgeben, bekommen die Apotheken pro Packung derzeit mindestens 5 Euro 80. Der Gesundheitsökonom Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen sagte REPORT MAINZ:

„Wenn man das insgesamt betrachtet und fragt, bei welcher Pauschale hätten die Apotheken nach wie vor ein gutes Auskommen, dann haben wir auch in einem Gutachten festgestellt, dass 4,80 Euro ausreichen würden, das wäre immerhin ein Euro weniger als derzeit.

Und wenn man es einmal hochrechnet und gleichzeitig hochrechnet, dass damit auch die Einkaufspauschale, die die Apotheker auch noch bekommen, getroffen wird, da sind wir schnell bei einer Milliarde Einsparpotential.“

Unterdessen warf der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach der FDP vor, Formulierungen des Bundesverbandes der Apothekerverbände (ABDA) übernommen zu haben. So hatten Union und FDP im Koalitionsvertrag festgelegt, „Auswüchse beim Versandhandel (zu) bekämpfen.“ Diese Forderung findet sich schon 2008 nahezu wortgleich in einem Papier des Apothekerverbandes. Martin Schulz, Geschäftsführer beim ABDA, sagte gegenüber REPORT MAINZ:

„Wer jetzt von wem abgeschrieben hat, möchte ich gar nicht hier diskutieren. Die Frage ist, wie kann man Auswüchse des Versandhandels eindämmen. Das war und ist übereinstimmende Auffassung zwischen der Bundesregierung und der Apothekerschaft und weiteren Beteiligten.“

Das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium wollte sich zu dieser Frage nicht äußern. Dazu der SPD-Politiker Lauterbach:

„Der Bürger spielt überhaupt keine Rolle, auch wenn es teurer kommt, also es wird so gemacht, wie der Lobbyist es will. Das ist perfekte Lobbyarbeit“.

Quelle: Pressemeldung Report Mainz

Startseite - Veröffentlicht am: 2. Februar 2010 um 11:30 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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3 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Dienstag, 2.2.2010.

Ich beziehe meine Mittelchen fast ausschliesslich von einer geprüften Versandapotheke!
Und wenn dann noch Erkältungsmittel zu Spottpreisen angeboten werden, bin ich die Erste die zugreift.
Bei einem 20€ Einkauf wird es sogar kostenlos bis nach Hause geliefert!
Die Ersparnis gegenüber den Mitteln aus der Apotheke sind ca. 40% !


2. ... Kommentar von joachim grehl am Dienstag, 2.2.2010.

komisch während der amtszeit der spd in der bundesregierung ist das niemanden aufgefallen
aber wahrscheinlich mus man erst in der opposition sein um einsparpotentiale zu erkennen.
so wie die fdp vor ihrer regierungsarbeit?


3. ... Kommentar von juravendis Rechtsanwälte am Donnerstag, 18.2.2010.

Apothekenrecht 2009: Inhabergeführte Versandapotheken sind der Gewinner

versandapotheken

Das bisweilen so bezeichnete „Super-Apothekenrechts-Jahr“ 2009 geht in wenigen Tagen zu Ende, und wenn die Akteure des Apothekenmarkts unter dem Weihnachtsbaum Bilanz ziehen, wird diese ganz unterschiedlich ausfallen:

Die großen Verlierer sind zweifelsohne all jene – und es waren nicht wenige –, die es nur noch für eine Formsache hielten, dass der Europäische Gerichtshof das deutsche Fremdbesitzverbot für Apotheken kippt. Sie mussten schmerzlich feststellen, dass auch vor dem Luxemburger Gericht die Weisheit gilt: „It ain´t over till the fat lady sings“. Umgekehrt sollten aber auch die Anhänger der inhabergeführten Apotheke nicht den Fehler machen, sich angesichts des Scheiterns der Kettenbefürworter vor dem Kadi in Sicherheit zu wiegen. Denn noch bleibt interessierten Kreisen der Weg über die Politik, um den Fremdbesitz zumindest auf lange Sicht zu legalisieren.

Auch der traditionelle Offizin-Apotheker kann seinen Weihnachtspunsch mit Blick auf das abgelaufene Jahr nicht ganz genüsslich schlürfen, gelang es den Besitzstandswahrern von der Standeslobby doch nicht, den ungeliebten Arzneimittelversand zurecht zu stutzen. Zu Recht ließ sich nämlich der Bundesgesetzgeber von aller Stimmungsmache der ABDA nicht beeindrucken und ließ den RX-Versand im Zuge der 15. AMG-Novelle unangetastet. Auch an dieser Front ist jedoch politisch noch nicht endgültig Ruhe eingekehrt, wie fortgesetzte Diffamierungsversuche der Arzneimittelversands durch die üblichen Verdächtigen zeigen.

Als Gewinner des „Super-Apothekenrechts-Jahrs“ dürfen sich die inhabergeführten Versandapotheken sehen, wurde doch ihre Rolle als bewährtes Glied der Pharmadistributionskette sowohl aus Luxemburg als auch aus Berlin bestätigt. Jedenfalls gilt dies für den herkömmlichen Arzneimittelversand - den Pick up-Stellen soll es dagegen laut schwarz-gelbem Koalitionsvertrag an den Kragen gehen. Ob diese Ankündigungen auch in die Tat umgesetzt werden, bleibt allerdings abzuwarten. Abgesehen davon, dass es schon grundsätzlich rechtlich umstritten ist, ob ein Pick up-Verbot zulässig wäre, wird ein solches Verbot zumindest nicht leichter werden, je länger sich die bestehenden Bestell- und Abholstationen auf dem Markt etablieren und damit Besitzstände geschaffen werden.

Auch sonst wird es 2010 für Versandapotheken spannend bleiben: So steht endlich eine Klärung durch den Bundesgerichtshof an, ob es auch ausländischen Versandapotheken untersagt wird, die Festpreise für RX zu unterlaufen, oder aber ob die angesichts der bislang widersprüchlichen Rechtsprechung zu dieser Frage bestehende Diskriminierung deutscher Versandapotheken fortgesetzt wird. Eine längst überfällige Liberalisierung zeichnet sich auch bei den Tierarzneimitteln ab: Auf Druck aus Brüssel hin hat die Bundesregierung angekündigt, zumindest den OTC-Versand für Heimtiere frei zu geben, was Versandapotheken einen neuen hoch interessanten Markt erschließen wird. Grund genug also für Versandapotheker, heuer mit einem besonders feinen Tröpfchen auf 2010 anzustoßen.


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