Altersarmut vorbeugen und gesetzliche Rente stärken

„Der Armutsbericht 2016 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes unterstreicht völlig zu Recht den wachsenden Kontrast zwischen einer insgesamt positiven Wirtschaftsentwicklung und einer zunehmenden Armut.“ Das erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff am Dienstag in Berlin aus Anlass des vorgestellten Armutsberichtes. Die Volkssolidarität gehört zu den mitherausgebenden Organisationen. Der Verbandspräsident verwies vor allem auf die zunehmende Altersarmut.

„Das ist das Ergebnis von Weichenstellungen, für die die Politik maßgeblich Verantwortung trägt“, stellte Friedersdorff fest. „Die Folgen von Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung schlagen sich zunehmend in Erwerbsbiografien mit niedrigen Rentenansprüchen nieder. Verschärft wird diese Entwicklung durch den Kurs auf eine Privatisierung der Altersvorsorge in Verbindung mit einer systematischen Absenkung des Rentenniveaus. Die Riester-Rente ist offensichtlich ungeeignet, um die gesetzlich verordnete Absenkung des Rentenniveaus seit den Rentenreformen 2000/2001 auszugleichen.“

Der Verbandspräsident forderte, Altersarmut vor allem vorbeugend zu bekämpfen. „Das System der Alterssicherung ist reformbedürftig. Es geht nicht um Klein- und Kleinst-Reparaturen, sondern um ein grundlegendes Umsteuern. Es kann niemanden kalt lassen, wenn die durchschnittlichen Zahlbeträge der Neurenten sich immer weiter dem Niveau der Grundsicherung annähern.“ Zu einer wirksamen Prävention gegen Altersarmut gehöre, das Leistungsniveau in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht weiter herunterzufahren, so Friedersdorff. „Wir wollen eine strukturell armutsfeste Rente. Dazu muss das Leistungsniveau der gesetzlichen Rente mit den Löhnen mitwachsen.“

Quelle: Volkssolidarität