Alleinerziehende mit erhöhtem Armutsrisiko
Alleinerziehende weisen ein mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko auf wie Paare mit Kindern, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion unter Verweis auf ihren zweiten Armuts- und Reichtumsbericht. Während das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden 35,4 Prozent betrage, liege es bei Paaren mit einem Kind bei nur 14,1 Prozent, bei Paaren mit zwei Kindern bei 8,6 Prozent und bei Paaren mit drei und mehr Kindern bei 13,9 Prozent. Die Zahlen sagten aber für sich genommen noch nichts über die Situation und den materiellen Versorgungsgrad der Kinder aus, heißt es in der Antwort. Gerade die Leistungen im Familienausgleich wie Kindergeld, Unterhaltsvorschuss und BAföG reduzierten die relative Einkommensarmut von Familien deutlich. Bei Alleinerziehenden werde allein durch Familienleistungen eine Verringerung des Armutsrisikos um 15 Prozentpunkte erreicht. Das Armutsrisiko von Kindern werde dadurch um neun Prozentpunkte gesenkt. Bei Kindern von Alleinerziehenden könne man davon ausgehen, so die Regierung, dass in vielen Fällen das “soziokulturelle Existenzminimum” des Kindes durch Kindergeld und Unterhaltszahlungen oder Unterhaltsvorschuss sowie gegebenenfalls durch Waisenrenten gedeckt ist. Der Einkommens- und Verbrauchsstickprobe 2003 zufolge sind 92,8 Prozent der Alleinerziehenden Frauen und 7,2 Prozent Männer.
Quelle: Pressedienst des Deutschen Bundestages
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