Abwärtsspirale bei Renten endlich stoppen
“Die Abwärtsspirale bei den Renten überschreitet die Schmerzgrenze. Eine Rentenanpassung weit unter der Preissteigerungsrate ist nicht hinnehmbar. Nach drei ‘Nullrunden’ und einer Mini-Erhöhung im Jahre 2007 dürfen die Rentner 2008 nicht noch weiter vom Aufschwung abgekoppelt werden.” Das erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Donnerstag in Berlin aufgrund von Medienberichten, denen zufolge in diesem Jahr eine Rentenanpassung nur bei 0,5 Prozent liegen könnte.
Winkler sagte weiter: “Bei einer Preissteigerungsrate von 2,3 Prozent im Jahre 2007 und weiter steigenden Preisen für Lebensmittel, Wohnkosten und Energie führen solche Mini-Erhöhungen dazu, dass die ausgezahlten Renten immer weniger wert sind. Sie bleiben nicht nur hinter Löhnen und Gehältern zurück, sondern werden durch weitere politische Entscheidungen belastet. Eine Anhebung der Beiträge zu Pflegeversicherung um 0,25 Prozent ab 1. Juli 2008 würde heißen, dass bei einer Rentenerhöhung um 0,5 Prozent die Hälfte gleich wieder einkassiert wird. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und nicht zu akzeptieren, selbst wenn der endgültige Wert der Rentenanpassung etwas höher ausfallen sollte.”
Offenbar müsse die Politik stärker in die Verantwortung genommen werden, sagte Winkler. Schließlich sei es politischen Entscheidungen der letzten Jahre zu verdanken, dass die Renten - ähnlich wie Löhne und Gehälter - nicht nur stagnieren, sondern real an Kaufkraft verlieren. “Wenn jetzt viele Beschäftigte in unterschiedlichen Branchen für höhere Löhne streiken, mag das zwar viele Unbequemlichkeiten im Alltag verursachen. Fakt ist aber, dass höhere Löhne auch zu höheren Rentenansprüchen führen.” Dies nutze auch den heutigen Rentnern.
“Rentner können zwar nicht streiken, aber 20 Millionen Wählerstimmen sind nicht ohne Gewicht”, so Winkler. “Wenn der Kurs fortgesetzt wird, große Teile der älteren Generation in soziale Randlagen zu drängen, werden wir vor der Frage stehen, wie wir noch aktiver mit Gewerkschaften und Sozialverbänden demokratischen Gegendruck entwickeln können.” Die gemeinsame Initiative von Volkssolidarität und Sozialverband Deutschland (SoVD) “Sozialabbau stoppen! Sozialstaat stärken!” sei ein erster Schritt in diese Richtung. Weitere Schritte könnten folgen.
Quelle: Pressemeldung Volkssolidarität
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