275,8 Milliarden Euro in 2015 für das Bildungswesen


GEW verlangt deutlich mehr Anstrengung für Bildung – Bildungsgewerkschaft zu Budgetzahlen für Bildung, Forschung und Wissenschaft des Statistischen Bundesamtes.

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt Bund, Länder und Kommunen mit Blick auf die Budgetdaten für Bildung, Forschung und Wissenschaft 2015, ihre Anstrengungen für ein qualitativ besseres und zukunftsfähiges Bildungssystem deutlich zu steigern. Das Statistische Bundesamt hat die Daten heute veröffentlicht. „Auf dem Dresdener ‚Bildungsgipfel‘ haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten 2008 vereinbart, ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Sieben Prozent in Bildung und drei in Forschung. Von diesem Ziel sind wir nach wie vor weit entfernt“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Mittwoch in Frankfurt a.M. Laut Daten des Bundesamtes liegt Deutschland bei den Bildungsausgaben im internationalen Vergleich mit 5,8 Prozent am BIP trotz aller Erfolgsrhetorik sogar noch um 0,1 Prozentpunkte weiter zurück als im Vorjahr. Für die Bildungseinrichtungen selbst würden sogar nur 5,1 Prozent ausgegeben und damit 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes machen die Ausgaben der öffentlichen Haushalte gerade einmal 64 Prozent der Gesamtsumme für Bildung, Forschung und Wissenschaft aus; 2015 betrugen diese knapp 276 Milliarden Euro. Studien, die die GEW in Auftrag gegeben hatte, kommen zu dem Ergebnis, dass die öffentliche Hand für ein zukunftsfähiges Bildungswesen zusätzlich gut 56 Milliarden Euro investieren müsse. „Mit diesen zusätzlichen Mittel sollen beispielsweise Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Hochschulen entsprechend dem veränderten gesellschaftlichen Bedarf ausgebaut und die in Sonntagsreden immer wieder bemühte Berufs- und Weiterbildung gestärkt werden“, betonte Tepe. Zudem sei die Umsetzung der Inklusion in allen Bildungsbereichen nur mit deutlich mehr Ressourcen zu bewältigen. Der Finanzbedarf des Bildungswesens für die Integration der Geflüchteten, der in der Gesamtinvestitionssumme berücksichtigt ist, liege aktuell bei 4,7 Milliarden Euro.

Anders als Deutschland seien im internationalen Bildungsvergleich erfolgreiche Länder in der Vergangenheit einen anderen Weg gegangen, sagte die GEW-Vorsitzende: Sie hätten ihre Bildungsanstrengungen absolut und auch relativ zu ihrer Wirtschaftskraft deutlich gesteigert. Dies belege die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ Jahr für Jahr. Deutschland müsse seine Chance nutzen, die Qualität des Bildungswesens zu verbessern, um den gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden.

Info: Absolut betrachtet sind mit 275,8 Milliarden Euro in 2015 mehr Gelder für das Bildungswesen ausgegeben worden als je zuvor. Entscheidend ist aber der Anteil der Ausgaben an der gesamten Wirtschaftsleistung, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP). Dieser Anteil wird erst dann dauerhaft steigen, wenn die Aufwendungen für Bildung und Forschung langfristig stärker wachsen als die Wirtschaftskraft. Gemessen am BIP sind die Ausgaben für Bildung, Wissenschaft und Forschung 2015 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken.

Die unlängst veröffentlichten GEW-Studien „Bildungsfinanzierung. Weiter denken: Wachstum, Inklusion und Demokratie“ sowie „Bildungsfinanzierung der öffentlichen Hand – Stand und Herausforderungen“ finden Sie im Netz unter: http://www.gew.de/bildungsfinanzierung/ .

Mit ihrer Initiative „Bildung. Weiter denken!“, die die GEW im Herbst vergangenen Jahres gestartet hat, setzt sich die Bildungsgewerkschaft für mehr Geld für die Bildung ein. Alle Infos zu der Initiatative finden Sie auf der GEW-Website unter: https://www.gew.de/weiter-denken/ .

Quelle: Presse GEW Hauptvorstand

Anmerkung Sozialticker – iss ja der Wahnsinn, mit welchen Geldern dort jongliert wird und warum die PISA-Studie nur zu kabarettistischen Zwecken dienen kann. 276 Milliarden Euro und „Hartz IV Kinder“ bekommen nicht mal die Chance einer Nachhilfe oder entsprechend ihrer Neigung eine geeignete Arbeitsgemeinschaft? Unglaublich, wo mag da die Kohle nur versickert sein – oder wessen Gehälter sind da überm eigenen Pisalevel angelegt worden !?

Ein Gedanke zu “275,8 Milliarden Euro in 2015 für das Bildungswesen

  1. Sehr geehrte Damen / Herren,

    bedauerlich ist, daß Der Sozialticker e.V. einen Stil zuläßt, der die Schwächsten der Gesellschaft mit diffamierend ausgrenzender Sprache noch weiter an die Ränder abdrängt.

    Diese Kritik richtet sich gegen den pauschal-diskriminierenden Ausdruck ‚Hartz IV Kinder‘ im obigen Beitrag vom 2017-03-15.

    Ihre online-Publikation gehört zu den ganz wenigen, die 2017 noch einen Beitrag mit diesem Unwort veröffentlichen.

    Seit Ende 2010 finden Sie die Gründe für diese Kritik unter >>http://www.didaktik-labor.de/akt-Seiten/akt-10.html . Der damalige offene Brief ist – wie das aktuelle Beispiel Sozialticker zeigt – sechs Jahre später immer noch aktuell.

    Mit bedauerndem Gruß …

    Tja, der Sozialticker benennt nun mal die Fakten und eiert nicht wortklaubend um den heißen Brei herum.

    „‚Hartz-IV-Kinder‘ ist eine
    pauschalierende Zuschreibung.
    ‚Hartz-IV-Kinder‘ apostrophiert eine
    Gruppe und signalisiert damit eine
    Ausgrenzung eines Teil unserer
    Mitmenschen“ …

    Und genau dies geschieht seit 2005 in millionenfacher und menschenverachtender Art und Weise in diesem Land. Verschönerte Namensgebungen – wie auch im Fall von Vergewaltigungen – bedarf es nicht, sondern verschleiert und beschönigt weiterhin nur die Missachtung grundgesetzlicher Ansprüche in einem Sozialstaat. Ihre Kritik zur „Namensgebung“ trägt in keinem Fall zur Besserung bei und dient nur als weiterer Versuch, sozialpolitische Schweinereien unter den Teppich zu kehren.

    Sorry – da wird der Sozialticker nicht mitmachen und weiterhin das Elend beim richtigen Namen nennen.

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