Weg frei für die Generalistik

Berlin – „Nach langem und zähem Ringen ist es jetzt endlich gelungen, die Pflegeausbildung zukunftssicher auf den Weg zu bringen“, sagt Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich der heutigen Verabschiedung des Pflegeberufegesetzes.

Auszubildende in der Pflegebranche dürfen sich ab 2020 freuen. Dann gilt die Schulgeldfreiheit, es gibt eine angemessene Ausbildungsvergütung und vor allem steigen die Berufs- und Karrierechancen, weil der Wechsel zwischen verschiedenen Berufsfeldern möglich wird.

Das bundesweite Umlageverfahren verhindert zudem, dass Einrichtungen, die ausbilden, wirtschaftlich benachteiligt werden. Das heute verabschiedete Gesetz sieht vor, dass ab 2020 die generalistische Pflegeausbildung verbindlich eingeführt wird.

„Die neue Pflegeausbildung berücksichtigt, dass es zukünftig eine wachsende Zahl sehr alter Menschen gibt, die mehr medizinische Behandlungspflege brauchen. Und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger müssen künftig vermehrt mit demenzerkrankten Menschen in den Kliniken umgehen können“, so Neher. „Die generalistische Ausbildung erweitert das pflegefachliche Wissen und steigert die Kompetenzen der künftigen Pflegefachmänner und – frauen entscheidend.“

Neben der generalistischen Pflegeausbildung sieht der Kompromiss zur Pflegeausbildung vor, dass Auszubildende künftig im dritten Ausbildungsjahr entscheiden können, ob sie weiterhin die Spezialisierung in der Alten- oder Kinderkrankenpflege anstreben, oder den neuen generalistischen Berufsabschluss wählen. Dabei werden in den ersten beiden Jahren der Ausbildung alle Auszubildenden, auch die Alten- und Kinderkrankenpfleger, gemeinsam unterrichtet. Die sich im dritten Jahr anschließende Wahlmöglichkeit der Spezialisierung sieht der Deutsche Caritasverband als nicht zukunftsfähig an.

„Das Nebeneinander von generalistischer und spezialisierter Ausbildung bedeutet für die Pflegeschulen eine große Herausforderung“, so Neher. Eine Evaluation nach sechs Jahren wird zeigen, wie die unterschiedlichen Ausbildungsformate von den Auszubildenden angenommen werden. Der Deutsche Caritasverband und seine Fachverbände, der Katholische Krankenhausverband Deutschland (KKVD) und der Verband Katholischer Altenhilfe (VKAD), werden die generalistische Pflegeausbildung aktiv in ihren Schulen und Einrichtungen umsetzen.

Quelle: Presse Deutscher Caritasverband e.V.

22. Juni 2017