Berlin:(hib/JOH) – Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten weltweit 168 Millionen Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren, 85 Millionen von ihnen unter gefährlichen Bedingungen, etwa in der Textilindustrie. Das schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (18/13084) auf eine Kleine Anfrage (18/12860) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Zu den Arbeitsbedingungen speziell bei der Herstellung von Brautmoden aus asiatischer Fabrikation lägen keine gesonderten Informationen vor.

Nach Angaben der Grünen-Fraktion stammt ein großer Teil der in Deutschland und Europa verkauften Brautkleider aus asiatischer Produktion. Aufgrund der aufwendigen und feingliedrigen Herstellung der Kleider seien in den Fabriken besonders häufig minderjährige Mädchen beschäftigt, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssten.

Die Bundesregierung betont, dass sie in regelmäßigem Austausch mit der ILO stehe, um Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern und die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen zu reduzieren beziehungsweise abzuschaffen. So fördere sie unter anderem das ILO-Regionalprogramm „Arbeitsstandards in globalen Lieferketten: Aktionsprogramm für den Textilsektor“. Es verfolge das vorrangige Ziel, die Arbeitsbedingungen, den Arbeitsschutz und den Dialog der Sozialpartner in der Textilindustrie verschiedener asiatischer Länder (Pakistan, Kambodscha und Indonesien) nachhaltig zu verbessern.

Quelle: Deutscher Bundestag

Anmerkung Sozialticker – und weil man nicht übern Tellerrand schauen möchte, wird die Möglichkeit der „Hartz IV Zwangsarbeit von Kindern ab 15 Jahre“ mal völlig aus dieser Statistik gestrichen und elegant unter den Teppich gekehrt.

26. Juli 2017