Bei der Überprüfung eines privaten Wach- und Sicherheitsunternehmens fanden Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Frankfurt am Main heraus, dass einer der Angestellten über 15.000 Euro Sozialleistungen zu Unrecht erhalten hat.
Der 48-Jährige war seit etwa drei Jahren bei der Firma aus dem Großraum Mainz, deren Mitarbeiter hauptsächlich in Frankfurt am Main eingesetzt sind, beschäftigt. Er bezog zusätzlich schon seit mehreren Jahren Arbeitslosengeld (Hartz IV). Die Arbeitsaufnahme bei dem Wach- und Sicherheitsunternehmen hatte der Südosteuropäer den zuständigen Behörden verschwiegen. Die Zöllner leiteten gegen den Beschuldigten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betrugs ein. Neben der zu erwartenden Strafe wird er die erhaltenen Sozialleistungen zurückzahlen müssen.
Da der Angestellte über den gesamten Zeitraum von drei Jahren auch nicht vom Arbeitgeber zur Sozialversicherung gemeldet war, leiteten die Beschäftigten des Zolls gegen diesen ebenfalls ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht des Vorenthaltens von Sozialversicherungsabgaben ein.
Beide Ermittlungsverfahren dauern derzeit noch an.
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1. ... Kommentar von fat man
am Mittwoch, 28.12.2011.
15.000 Euro Hartz IV erschlichen
Das ist ne Schlagzeile…. ja wenn er er 15 Mio z.b bei ner Bank erschlichen hätte, wäre das in dieser Republik etwas wo für er Beifall bekäme. Aber so gibt es eher Prügel, da hat doch dieses “Schwein” den armen Steuerzahler betrogen.
Mir kommt die Galle hoch wenn ich an die staatlichen Scharfrichter denke die in ihrem Gerechtigkeitswahn jede Kleinigkeit sehen und dabei bewusst wegsehen wenn einige wenige uns alle um Milliarden, Gesundheit, Lebensqualität und sogar unsere Zukunft betrügen.
Nicht dass ich solche Gaunereien gut fände, aber bei all den ehrenwerten Beispielen kann ich es verstehen und bei den knappen Regelsätzen und den Hungerlöhnen (gerade im Wachgewerbe), sehe ich die wirklichen Betrüger ganz wo anders…… auch auf den Plätzen derer die angeblich Recht sprechen.
Man sollte so was mehr als Notwehr sehen wollen und dann wird man erkennen dass es oft echte Not ist die die Menschen zu so was treibt.
Dazu gehört der Arbeitnehmer der vom Lohn immer öfter nicht mehr Leben kann und der Arbeitgeber der gegen die Schmierenkonkurrenz oft kaum eine Chance hat wenn er legal bleibt. …die wirklichen Verbrecher gehen nicht an den Kleinkram, sondern kassieren ganz groß ab, etwa indem sie ganze Volkswirtschaften ruinieren und erpressen und damit wieder genau den keinem Mann der um sein überleben kämpft und sich illegal beschafftes Brot einverleibt weil legal zu verhungern keine Alternative darstellt.
2. ... Kommentar von Loreley
am Mittwoch, 28.12.2011.
@fat man: du bringst es auf den Punkt.
Und: auch ich finde Gaunerei nicht gut. In diesem Zusammenhang schwinge ich mal meinen Taschenrechner: er soll in diesen 3 Jahren 15.000 € erschlichen haben. Macht also 5.000 € pro Jahr. Macht dann 416.67 € im Monat.
Leider kann ich dieser Meldung nicht entnehmen, wie viele Stunden der Mann in diesem Unternehmen pro Monat gearbeitet hat und was sein Stundenlohn war. Natürlich, rein rechtlich gesehen sind diese Angaben irrelevant; Betrug ist Betrug. Er hätte seine Arbeit anmelden sollen.
Nur: hätte er dann auch diese Stelle bekommen/behalten? Hätter er dann nicht auch trotzdem wegen zu geringem Einkommen “aufstocken” müssen? Kann es sein, dass diese “Aufstockung” dann eventuell sogar höher gewesen wäre, als die 416,67 € im Monat, so dass der Steuerzahler noch draufgezahlt hätte; vom Verwaltungsaufwand mal ganz zu schweigen?
Solchen reißerischen Meldungen fehlen leider immer die genauen Hintergründe und Fakten.
Nehmen wir mal an, der Mann verliert jetzt seinen Job und findet aufgrund dieser Sache keinen anderen Job mehr. Kann das erschlichene Geld nicht zurückzahlen, fährt dann ein in den Knast. Wieviel kostet nochmal ein Gefangener am Tag…. und wie ist danach die Chance eine Arbeit zu finden, “von der man leben kann”?
Und: werden wir je erfahren, ob und wie der Unternehmer ebenfalls bestraft wird und ob er dann regelmäßig überprüft und so sichergestellt wird, dass er künftig für seine Angestellten die Sozialabgaben zahlt?
3. ... Kommentar von egalite
am Mittwoch, 28.12.2011.
Hallo,
auch ich möchte mich den Ausführungen von fat man anschließen.
Auf jeden Fall soll wieder mal bis´l Stimmung gegen “den kleinen Sünder” gemacht werden, die Hintergründe werden wir sowieso nie erfahren. Zudem müsste erst geklärt werden ob und wer hier die größere Schuld trägt. In einem fast totalüberwachten Rechtsstaat wie BRD will es 3 Jahre niemanden aufgefallen sein dass der AG den AN nicht sozialversichert hat?
Annahme:
Jobcenter zwingt den Arbeitssuchenden zur Zwangsarbeit, der AG bezahlt nur 400 €-Job, so bekäme der AN doch bis ca. 110 € alles abgezogen, aber zumindest hätte der AG den Meldebogen für Geringfügig Beschäftigte ans Amt senden müssen.
War der AN in Vollzeit beschäftigt, so wären mit Meldungsbogen die zuvielbezahlten Sozialleistungen doch eingefordert worden.
Auch wenn meine subjektive Meinung ist, dass der größere Betrüger wohl der Arbeitgeber vielleicht ist, so schützt den jetzt betroffenen Arbeitnehmer nicht Unkenntnis oder Unwissenheit. Es braucht in gewissen Abständen eben ein solches Ereignis, die Presse und Medien brauchen eben ein gefundenes “Fressen” um gewisse “Interessen” unters Volk zu bringen.
(Angst lähmt ungemein)
@ Loreley,
rechnen bringt da vermutlich rein gar nichts, da bei 420 € der Mann dann wohl nur 60 € Miete bezahlt hätte und dass es “sowas” im Jahre 2011 nicht mehr gibt. Glaub sogar Unterkunft in Bahnhofsmission oder Männerheim kostet erheblich mehr. Bedenkt man dass Schäuble-Abkommen mit Schweiz zig Mrd´s kostet und die wirklichen Verbrecher straffrei davon kommen werden, dann ist so ein “Fang” eines Arbeiters der nur überleben möchte eine wirkliche Beamtenheldentat. Obgleich ich Ihnen zustimmen möchte, so ist eben Betrug nicht “Notwehr”. Schlimm was in Deutschland so vor sich geht!
Wünsche dem hier “Beschuldigten” einen guten Rechtsbeistand und einen fairen Richter/in. Auch wenn ich den AG verhaftet hätte wegen Sozialbetrug, so ist das Ganze ein schlimmes Zeichen für ein Volk, wenn verm. Opfer zu Tätern gemacht werden (evetl auch berechtigt).
Guten Rutsch ins Jahr 2012 dem ganzen Sozialtickerteam, allen Mitlesenden und vor allem allen Kommentarschreiber n-/innen.
Bitte lasst euch nicht unterkriegen …
mfg
egalite
4. ... Kommentar von DerDemokrator
am Mittwoch, 28.12.2011.
Wow, einer betrügt und alle werden vorverurteilt. So läuft das in der Medienrepublik, laßt uns mal raten wer damit Schlagzeilen machen und wo das der Aufreger der Woche werden wird.
Ciao
DerDemokrator
5. ... Kommentar von diogenes
am Donnerstag, 29.12.2011.
so dick ist der verdienst ja bei einem sicherheitsunternehmen nun auch wieder nicht.
dank der bereicherungspolitik in in diesem land wird uns doch seitens der politiker und ihren geldgebern vorgelebt was man in deutschland alles ganz legal machen kann.
da werden banken in grund und boden spekuliert und keiner wird dafür zur rechenschaft gezogen.
aber so ist das nun mal in einer 3 klassengesellschaft die einen werden gehenkt und die anderen mit abfindungen und neuen jobs beschenkt.
leistungsmißbrauch ist kein einzelproblem sondern ein gesellschftsproblem und solange eine gewisse kasten ihre bereicherungspolitik auf kosten der bevölkerung vorantreibt wird sich daran auch nichts ändern.
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